Aufgaben & Ziele der TTV
  • EINFLUSS SICHERN
    Auf allen politischen Ebenen
  • FREIRAUM SCHAFFEN
    durch weniger Bürokratie
  • ZUKUNFT GEBEN
    durch neue Lösungsansätze
  • GEHÖR VERSCHAFFEN
    Bedeutung des Tourismus zeigen
TTV Statement
Heinrich KlierKR Dr. Heinrich Klier
Vorstand der Wintersport Tirol AG
„1991 habe ich mich mit ein paar Mitstreitern zusammengetan und die Tiroler Tourismusvereinigung gegründet. Wir wollen diesem für Tirol so wichtigen Wirtschaftszweig den ihm zukommenden Stellenwert in der Öffentlichkeit wieder erstreiten.“
 

Zukunft Tiroler Tourismus

Ein Rückblick auf ein ausgesprochen schwieriges Jahr 2015 und die Zukunft für den Tiroler Tourismus.

Wir haben ein Jahr hinter uns, wo man den Eindruck bekommt entweder nicht verstanden zu werden oder die politischen Entscheidungsträger nehmen unsere Branche ganz einfach nicht mehr ernst, als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige, den wir in Tirol haben.

Die Belastungen durch die von uns vom Staat Österreich im Rahmen der Steuerreform auferlegt wurden inklusive der Registrierkassenpflicht sowie diverser sinnlosen und praxisfremder Verordnungen, wie z.B. der Allergenverordnung, dem Rauchverbot, den Ruhezeiten Verordnungen, Vorschriften im Gewerberecht, Lebensmittelverordnung, Brandschutz und vieles mehr führen nicht nur zu einer finanziellen Belastung, die die Branche nicht mehr verkraftet, sondern führt dazu, dass jeder Betreiber eines touristischen Unternehmens täglich im Kriminal steht.

Wir reden nun schon 30 Jahre vom Bürokratieabbau und es wird jedes Jahr noch mehr an Hindernisse für Unternehmen gearbeitet. Dies scheint mittweile bewusst gemacht zu werden.

Die Statistiken: Eine der größten Lügen, die fast täglich in den diversen Medien verbreitet werden und keiner kennt sich dabei noch aus und die Verunsicherung ist groß.
Nur eines ist längst bewiesen, die Wertschöpfung, das ist jenes Geld von dem die Betriebe ihre Aufwände zu bestreiten haben und falls es möglich ist, sollte die Betreiberfamilie noch davon leben können?! Sinkt ständig auf ein nicht mehr finanzierbares Maß.

Der Preisdruck und der Wettbewerb tun das Ihre dazu.

Wie soll es nun weitergehen?

Wir brauchen dringend neue Impulse für den Tiroler Tourismus seitens der Politik. Das Tourismusgesetz ist auch nach seiner letzten Novelle Light kein wirklicher Erfolg, sondern gehört grundlegend zeitgemäß formuliert und angepasst.

 

Es muss dringend ein eigenes Ressort für Tourismus Wirtschaft und Arbeit mit einem dafür verantwortlichen Landesrat in der Landesregierung installiert werden, dies ist eine uralte Forderung in Tirol, und es ist unverständlich, dass gerade diese äußerst wichtige Institution von jenen mit allen Mitteln verhindert wird, die dies Anfang der 90er Jahre vehement gefordert haben!
Bei allem Respekt, der Landeshauptmann ist für alle Bevölkerungsgruppen verantwortlich in seinem Tun und keiner kann verlangen, ein so wichtiges Ressort, wie das des Tourismus entsprechend fachlich und wirtschaftlich zu verstehen und zu führen.

Raumordnung und Bauordnung: Die Raumordnung ist in Tirol für wahr ein heikles Thema. Jedoch bin ich bis dato der Meinung, es gibt für das gesamte Bundesland Tirol eine für alle Gemeinden einheitliche Regelung diesbezüglich, aber auch hier muss man sehr große Unterschiede feststellen, je nachdem in welchem Teil Tirols man eben sein Unternehmen hat.
Ich glaube nicht, dass es mit der Erfindung diverser Verordnungen, die gesetzlich noch zum Teil zu hinterfragen wären, in Zukunft die notwendigen Lösungen geben wird.
Ein derartiger Eingriff in die unternehmerische Handlungsfähigkeit wird wohl auf die Dauer niemanden von Nutzen sein, sondern es wird hier dem Unternehmer jeglicher notweniger Spielraumgenommen, der für eine zukünftige touristische, wirtschaftliche Ausrichtung dringend notwendig ist.
Ohne neue Finanzierungsformen, die außerhalb des Einflusses der uns zur Verfügung stehenden Banken liegen, ist ein Fortkommen in Zukunft unmöglich. Denn auch den Banken wurde jeglicher Spielraum genommen!


Und zuallerletzt brauchen wir uns wundern, wenn für eine notwendige Betriebsnachfolge unter diesen Voraussetzungen unsere Jugend nicht mehr zur Verfügung steht. Ja es wäre teilweise sogar von den jetzigen Betreiber unverantwortlich die nächste Generation in dieses Risiko hinein zu berufen, ohne ihnen vorher die Sachlage darzustellen!

Die Steuerreform ist wohl der größte Flopp und die größte finanzielle Belastung der Wirtschaft dieser jetzigen Bundesregierung. Deren Unfähigkeit und Hilflosigkeit zeigt sich auch deutlich in der Flüchtlingsfrage.
Somit werden auch zahlreiche Arbeitsplätze vernichtet und damit auch die Existenz vieler Familien.
Es ist auch ein Trugschluss zu glauben, dem Arbeitnehmer bleibt jetzt mehr an Gehalt, denn alleine die nicht mehr absetzbaren Versicherungen und die allgemeine Teuerung kosten ein Vielfaches!

 

Dann wäre da noch die Arbeitslosigkeit:
Wir haben derzeit die höchste Arbeitslosigkeit seit dem 2. Weltkrieg, also seit 1945!
Das ist nicht darauf zurückzuführen, dass zu viele ausländische Mitarbeiter im Lande sind, sondern es liegt an der Gesetzgebung für den Arbeitsmarkt und dessen Regelwerk. So lange unsere Menschen für das nicht arbeiten fast gleich viel Unterstützung vom Staat erhalten, als jene, die am Arbeitsprozess fleißig teilnehmen, werden wir weiterhin steigende Arbeitslosenzahlen feststellen.
Und die Betriebe sind nicht mehr in der Lage, die nötige Dienstleistung dem Kunden gegenüber zu erbringen.

 

Für 2016 wünsche ich mir, dass die Politik im Land wie im Bund endlich die nötigen Maßnahmen mit entsprechender Weitsicht und Ernsthaftigkeit ergreift!

 

Josef Falkner
Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung
Beirat für Tourismus im Landtagsklub impuls tirol