Aufgaben & Ziele der TTV
  • EINFLUSS SICHERN
    Auf allen politischen Ebenen
  • FREIRAUM SCHAFFEN
    durch weniger Bürokratie
  • ZUKUNFT GEBEN
    durch neue Lösungsansätze
  • GEHÖR VERSCHAFFEN
    Bedeutung des Tourismus zeigen
TTV Statement
Heinrich KlierKR Dr. Heinrich Klier
Vorstand der Wintersport Tirol AG
„1991 habe ich mich mit ein paar Mitstreitern zusammengetan und die Tiroler Tourismusvereinigung gegründet. Wir wollen diesem für Tirol so wichtigen Wirtschaftszweig den ihm zukommenden Stellenwert in der Öffentlichkeit wieder erstreiten.“
 

Steuerreform kostet Tirols Hotels jährlich 83 Mio. Euro

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 209 vom 30.07.2015 Seite: 15
Ressort: Wirtschaft1

Steuerreform kostet Tirols Hotels jährlich 83 Mio. Euro

Regionalgutachten geht davon aus, dass Steuerreform Tirols Tourismus ein Prozent der Nächtigungen und Millionen an Wertschöpfung kostet.

Von Max Strozzi

 

Innsbruck - Die Steuerreform bringt Tirols Touristiker nach wie vor in Rage. Vor allem durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Beherbergung von 10 % auf 13 % sowie die Berechnung der Grunderwerbssteuer bei Betriebsübergaben innerhalb der Familie nach dem Verkehrswert befürchten Touristiker massive Nachteile. Insgesamt werde die Steuerreform Tirols Hotellerie jährlich etwa 83 Mio. Euro kosten, kritisiert Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung (TTV). Diese Zahl geht aus einem Regionalgutachten der Beratungsagentur Streissler hervor, das die TTV in Auftrag gegeben hatte. Grundlage des Gutachtens bilden allerdings großteils Schätzungen aus Bilanzvergleichen und Ähnlichem. Zuvor hatte die Agentur bereits für die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) die bundesweiten Auswirkungen der Steuerreform erhoben.

Im Fall der höheren Mehrwertsteuer geht die Studie davon aus, dass Tirols Hotellerie die Erhöhung nicht in vollem Umfang an den Kunden in Form höherer Preise weitergeben kann. Im Fall, dass die Steuererhöhung nur zur Hälfte an Gäste weitergegeben werden kann, käme es zu einem einen Verlust von 77 Mio. Euro an Wertschöpfung und der Gefährdung von 1100 Arbeitsplätzen, was wiederum 10 Mio. Euro an zusätzlichem Arbeitslosengeld und verminderten Sozialabgaben bedeuten würde. ?Es wird nicht einmal möglich sein, die Steuererhöhung zur Hälfte weiterzugeben", glaubt Falkner.

Die Verlängerung der Abschreibungsdauer für Einrichtung auf 40 Jahre würde dazu führen, dass Betriebsergebnisse der Hoteliers höher ausfallen und damit mehr Körperschaftssteuer abfällt - die Studie geht dabei bei Tirols Hoteliers von 3,75 Mio. Euro im Jahr aus. Gleichzeitig werde die längere Abschreibungsdauer dazu führen, dass die Investitionen der Hotels sinken: von geschätzten 184 Mio. Euro im Jahr auf 180 Mio. Euro. Damit verbunden wären 3 Mio. Euro an Wertschöpfungsverlusten.

Zwar sei die Grunderwerbssteuer bei Übergaben in der Familie mit 0,5 % gedeckelt, allerdings wird sie über den Verkehrswert des Hotels berechnet - und nicht wie bei Bauern über den Einheitswert. Die Studie geht von 2,4 Mio. Euro Zusatzkosten aus. ?Das verteuert eine Übergabe an die nächste Generation enorm. Darin sehe ich das größte Problem", meint Falkner. Die Jugend verweigere die Nachfolge. ?Immer mehr Tourismusbetriebe wechseln an ausländische Investoren, deren Gewinne nicht in Österreich versteuert werden", kritisiert Falkner. Gegen die Steuerreform könne man nichts tun. ?Wir können nur aufzeigen, dass sie großen Schaden bringt und der Tourismus in Schieflage gerät." In Summe würde durch die Kosten der Steuerreform die Gewinnspanne eines Drei-Sterne-Hotels von 5 % auf 3,9 % sinken, jene von Vier- und Fünf-Sterne-Häusern von 2 % auf 0,7 %.